Berlin war für das Schönborn-Gymnasium in vieler Hinsicht eine Reise wert
„Wollen die alle in den Reichstag?“ Die beiden älteren Damen waren ganz beeindruckt, als sie erfuhren, dass zwar keine Invasion des Parlaments geplant war, aber doch ein ganzes Gymnasium aus Unterfranken anlässlich des 350-jährigen Schuljubiläums mit einem Sonderzug nach Berlin gefahren waren.
Aufmerksamkeit erregten die 815 Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste auch auf dem Weg durch die Stadt. Viele Passanten blieben stehen und zückten ihre Fotoapparate, um den Menschenwurm abzulichten, der zum Brandenburger Tor (wir berichteten) zog und dann weiter bis zum Schlossplatz, wo das große Gruppenfoto geschossen wurde.
Zu Hause in Münnerstadt war man über den Internet-Live-Ticker der Main-Post immer bestens über die Reise informiert. 23 Klassen waren gemeinsam unterwegs, da wurde schon die Hinfahrt in den historischen Waggons der DGEG (Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte) zum Erlebnis.
Streifzug durch den Zug
Überaus spannend war vor allem für die Jüngeren der permanente Streifzug durch den über 360 Meter langen Zug, was die Kritiker der Fahrt widerlegte, die moniert hatten, dass vier bis fünf Stunden Aufenthalt in Berlin die lange Fahrt nicht rechtfertigen würden.
Denn bei diesem Ausflug war schon der Weg das Ziel. Die Schüler hatten es sich in ihren Abteils gemütlich gemacht, hörten Musik, lasen, empfingen Besuch aus anderen Wagen oder gingen selbst auf die Suche nach Freunden im Zug. Die Stimmung war ausgelassen-heiter, aber nicht übermütig, ein echtes Gemeinschaftsgefühl kam auf.
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